Wie du Hypnose für deine Geburt nutzen kannst

In der Folge 3 geht es um das Thema Hypnose und wie uns Selbsthypnose in Bezug auf die Geburt unterstützen kann. Du lernst, 

  • wie du diese Technik in deiner Schwangerschaft gezielt nutzen kannst, um negative Überzeugungen aufzulösen
  • wie dich Hypnose bei deiner Geburt unterstützen kann
  • was die Voraussetzungen dafür sind, dass auch du Selbsthypnose erlernen kannst

 

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Transkript der Podcastfolge

Heute möchte ich auf das Thema Hypnose eingehen, weil es ein so wichtiger Bestandteil der Mentalen geburtsvorbereitung ist. Hypnose steckt ja schon im Wort HypnoBirthing drin. Und manchmal entstehen durch dieses Wort noch viel Fragezeichen bei den Menschen. Das kommt hauptsächlich daher, dass die breite Masse unter Hypnose das versteht, was wir früher öfters im TV gesehen haben. Da gab es Unterhaltungsshows wo Hypnotiseure auf der Bühne standen und Probanden aus dem Publikum auf die Bühne geholt haben. Und diese Menschen haben dann unter Hypnose meist lustige, manchmal sogar peinliche Dinge gemacht, zb gebellt wie ein Hund oder auf einem Bein gehüpft usw. Diese Art von Hypnose nennt man Showhypnose. Und die Probanden waren in Wirklich von Anfang an eingeweiht und damit einverstanden, was in der Show mit ihnen passiert.

Was ist Hypnose und wie wirkt Hypnose?

Grundsätzlich ist es so, dass jede Hypnose eine Selbsthypnose ist. Das bedeutet, dass niemand gegen seinen Willen hypnotisiert werden kann. Grundvoraussetzung, dass eine Hypnose überhaupt funktionieren kann, ist immer, dass die Person das freiwillig macht. Es muss also immer eine Bereitschaft für die Veränderung da sein, die mit der Hypnose bewirkt werden soll.

Nehmen wir dazu mal ein Beispiel: du hast das Ziel, deine Ängste in Bezug auf die Geburt zu lösen. In der „realen Welt“ da draußen bekommst du zwar immer wieder vermeintliche Beweise dafür, die deine Ängste verstärken. Tief im Innersten möchtest du aber etwas anderes glauben. Du hast also die Bereitschaft, den Wunsch, etwas an dem aktuellen Status Quo zu ändern.

Wenn ich dir jetzt in einem normalen Gespräch sagen würde, dass du keine Angst haben musst, dass alles gut wird, das die fähig bist zu gebären usw. dann wird es vielleicht oder so wahrscheinlich so sein, dass du das nicht glauben kannst. Je nachdem, wie tief deine Glaubenssätze in deinem Unterbewusstsein verankert sind, dein innerer Kritiker wird in vielen Fällen rationale Gründe dafür finden, warum das nicht geht. Dein Verstand will dich schützen. Und am sichersten ist es auf den erste Blick, nichts am Status Quo zu ändern.

Wenn du dich aber jetzt über Hypnose in einer Trance befindest, dann bist du in einem sehr tiefen Entspannungszustand. So ähnlich, also wie kurz vorm Einschlafen oder kurz nach dem Aufwachen. Dein Verstand, dein rationales Denken macht Pause & ist abgeschaltet. Dann haben wir die Möglichkeit mit unserem Unterbewusstsein zu kommunizieren. Mit dem Bereich in uns, der über 90% unseres Lebens ausmacht.

Vorstellungen, denen wir wiederholt an vielen Orten und Quellen begegnen, werden Teil einer Konditionierung, die sich über die Zeit in unseren Gedanken festsetzt (Bsp: Wir müssen uns fürchten vor der Geburt)

Daraus werden dann Gefühle, die dann zu Annahmen werden, diese Annahmen beeinflussen unser Verhalten, woraus dann wiederum Erfahrungen werden. (Ergebnis: Wir fürchten uns vor der Geburt, was dazu führt, dass wir die Geburt dann auch genauso erleben)

Im Umkehrschluss müssen wir also, um andere/positive Erfahrungen zu machen, unser Verhalten ändern, was voraussetzt, dass wir unsere Annahmen, Gefühle, Gedanken & Vorstellungen ebenso in eine positive Richtung geändert haben müssen. D.h. über die Hypnose setzen wir am Ursprung an, damit sich alles, was darauf aufbaut, auch ins Positive wandeln kann.

Du kannst dir das vielleicht noch besser vorstellen, wenn wir über eine Brille oder einen Filter sprechen. Unsere Glaubenssätze & Überzeugungen, die in unserem Unterbewusstsein abgespeichert sind, sind die Brille, der Filter, mit dem wir durch Leben gehen, mit dem wir die Welt sehen & erleben. Die Welt ist immer die gleiche, und doch erlebt sie jeder von uns ganz anders.

Wenn wir diese Glaubenssätze & Überzeugungen auflösen wollen, dann gelingt das über den Tiefenentspannungszustand einer Hypnose viel leichter, weil wir mit unserem Unterbewusstsein sprechen und nicht mit unserem kritischen, stets hinterfragenden bewussten Denken. ABER, ganz wichtig, die kritische Barriere ist trotzdem noch da, sie ist nur empfänglicher als sonst. Du kannst also zu nichts gebracht werden, was gegen deine Werte oder Moralvorstellungen spricht.

Die vier Stufen der Hypnose

Durch Hypnose sind wir in der Lage, uns körperlich und geistig zu entspannen, den inneren Kritiker hinter uns zu lassen und andere Stufen unseres Bewusstseins zu nutzen. Wir unterscheiden dabei in vier Stufen, die anhand der Frequenz unserer gehirnwellen gemessen & eingeordnet werden.

  • Im BETA Zustand befinden wir uns die meiste Zeit unseres Alltags, das ist unser normaler Wachzustand wo wir bewusste Entscheidungen treffen.
  • Im ALPHA Zustand befinden wir uns, wenn wir halb wach sind bzw. halb schalfend. Auch diesen Zustand kenne wir aus unseem Alltag, z.b. kurz vorm Einschlafen, kurz nach dem Aufwachen, bei längeren Strecken mit dem Auto oder wenn wir ins Feuer schauen usw. oder in ein Buch oder einen Film vertieft sind (das ist bereits eine leichte Trance).
  • THETA -Wellen befinden sich in einem Zustand zw. leichter Schläfrigkeit des Aplapha Zustands und einen tatsächlichen Tiefschlaf (das nennt man dann DELTA). In einer tiefen Meditation oder tiefen Trance)
  • Im DELTA befinden uns bereits im Tiefschlaf.

D.h. Ziel ist es mit Hypnose, einen Trancezustand zu erreichen, der uns in einen angenehmen Theta Zustand bringt.

Dieser Zustand ermöglicht und einen guten Zugang zu unserem Unterbewusstsein wo sich Gedanken und Gefühle, genauso wie Glaubenssätze und Verhaltensmuster befinden.  Glücksgefühle werden ausgeschüttet. Unser Körper schüttet Endorphine aus und das Schmerzempfinden wird reduziert (das nennt man dann nicht Anästhesie sondern, Analgesie – Während bei der Anästhesie jedoch sämtliche Empfindungen ausgeschaltet werden, bleibt bei der Analgesie die Berührungsempfindlichkeit erhalten).

Das heißt konkret unter der Geburt, wenn du in diesem Zusatnd bist, kannst du die Wellen zwar spüren, aber sie tun nicht weh. Dein Schmerzzentrum ist abgeschaltet, aber nicht deine gesamten Empfindungen.

Allgemein helfen dir die Theta-Wellen deine Emotionen und Gedanken zu beruhigen und neue Dinge anzunehmen und zu lernen. Es dominiert nicht mehr unser Verstand und wir nehmen die Suggestionen aus der Hypnose bereitswilliger an. Suggestionen sind sozusagen Einladungen, bestimmte Dinge anders wahrzunehmen als das bisher der fall war. Bsp. einer Suggestion wäre: sobald du aufwachst, fühlst du dich vertrauensvoll und zuversichtlich und freust dich auf die Geburt deines Babys.

Zweck der Hypnose in der Geburtsvorbereitung

Wenn wir uns also nochmal das ganz große Bild der Hypnose ansehen, dann machen wir es uns in der Mentalen Geburtsvorbereitung zweierlei zu Nutze:

  1. Wir verwenden es in der SS um unsere Glaubenssätze & negativen Überzeugungen aufzulösen und in positive umzuwandeln. Wir stärken also unser Geburts-Mindest, was dazu führt, dass wir bereits in der SS ruhiher, entspannter & zuversichtlicher werden bzw. angstfrei,
  2. Wir nutzen es auch während der Geburt, um in diesen angenehmen Entspannungszustand zu kommen, indem wir Endorphine ausschütten und unser Schmerzempfinden reduziert  oder vielleicht sogar ganz abgeschaltet wird.

Und in beiden Fällen, ist es ein Prozess, der nicht über Nacht erreicht werden kann sondern regelmäßig trainiert werden muss. Und je öfter wir es trainieren, umso leichter, schneller und tiefer wird es uns gelingen, diesen Trance-Zustand  zu erreichen und auch während der Geburt einzunehmen zu können. Vor allem auch dann, wenn im Außen Hektik & Stress herrscht (Klinik), ist es eine besondere Herausforderung, die Ruhe im Innen zu finden sich davon nicht stören zu lassen.

Wie viel Übung braucht es dazu?

Es braucht ca. 30 Tage bzw. Wiederholungen, bis wir neue Rotinen in unseren Alltag integriert haben und sich neue Synapsen in unserem Gehirn bilden. Das heißt also, dass es mindestens diese 30 Wiederholungen benötigt, dass wir den geübten Trancezsutand auch bei der Geburt abrufen können. Das ist der Unterschied zw. Kennen und Können, den ich so gerne als Metapher nehme. Es reicht eben nicht, Hypnose nur zu kennen, genauso wie es beim Radfahren nicht reicht, es ein paar Mal ausprobiert zu haben. Erst wenn man es KANN, wenn es also wirklich in Fleisch und Blut übergegangen ist, dann kann man es auch in einem Ausnahmezustand  wie der Geburt einnehmen. Alles andere kratzt nur an der Oberfläche und wird dann in der Regel bei der Geburt vergessen, man denkt einfach nicht daran.

Kann jeder Mensch Hypnose lernen?

Natürlich gibt es eine gewissen Tendenz dazu, wie empfänglich man dafür ist. So, wie manche Menschen sagen, sie können nicht meditieren, weil ihnen zu viele Gedanken durch den Kopf gehen, ist es auch bei der Hypnose so, dass manche Menschen einfach länger brauchen, bis sie es schaffen, sich mental zu entspannen. Aber generell kann man sagen, dass es jeder lernen kann – WENN eine Bereitschaft dafür da ist. Wenn du also interessiert bist daran, uns es willst, dann kannst du es auch lernen. Und je öfter du es übst, desto schneller, einfacher und tiefer wirst du in die Trance gehen können. Und wenn es wirklich gar nicht gelingt, dann gibt es so einige Schräubchen, an denen man drehen kann, die vieles bewirken können. Z.b. kann es einen Unterscheid machen, wo du die Hypnose machst, also wo im Raum du dich befindest oder genauso kann es einen Unterschied machen, in welcher Position du die Hypnose machst. Es gibt also nicht den einen, goldenen Weg – sondern man kann auch hier etwas experimentieren und seinen Weg finden, mit dem man gut zurecht kommt.

Fazit

Wir setzen die Technik der Selbsthypnose in der mentalen Geburtsvorbereitung also dafür ein, dass wir 1) negative Überzeugungen auflösen und durch positive ersetzen und 2) dass wir lernen und trainieren, uns selbst ganz gezielt in einen Trancezustand zu versetzen, damit wir bei der Geburt entspannt sind & Endorphine ausschütten und mögliche Schmerzen reduzieren oder vielleicht sogar ganz vermeiden können.

Selbsthypnose kann grundsätzlich jeder lernen, der dazu bereit ist (bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. bestimmte psychische Erkrankungen). Und es erfordert etwas Geduld und Übung, um die Trance in der Tiefe zu erreichen, wie es in der Schwangerschaft und Geburt erwünscht ist. Außerdem müssen wir es trainieren, damit wir auch in einer Ausnahmesituation wie der Geburt, vor allem in einem hektischen Umfeld, den  Hypnose-Zustand aufnehmen und beibehalten können.