In welcher SSW sollte ich mit Hypnobirthing starten?

In der neuesten Podcastfolge sprechen wir darüber, wann der optimale Zeitpunkt in der Schwangerschaft ist, um mit Mentaler Geburtsvorbereitung zu starten oder einen HypnoBirthing Kurs zu machen.

Du erfährst u.a.

💫 In welcher Schwangerschaftswoche es Sinn macht, mit HypnoBirthing anzufangen

💫 Von welchen Faktoren es abhängt, wie viel Vorlaufzeit du für deine regelmäßige Praxis einplanen solltest

💫 Wie du herausfindest, wann für DICH der ideale Zeitpunkt ist, mit Mentale Geburtsvorbereitung zu starten

💫 Was du tun kannst, wenn du nur noch wenig Zeit bis zu deinem errechneten Termin hast

Ich hoffe, diese Folge hat etwas Licht ins Dunkel gebracht und dich darin bestärkt, dass JETZT der perfekte Zeitpunkt ist, mit Mentale Geburtsvorbereitung und HypnoBirthing loszulegen.

Auf Instagram findest du wieder einen Post zu dieser Folge unter @mamabynature.de. Ich freue mich, wenn du dort mit mir in Kontakt trittst und mir deine Gedanken zu dieser Folge in den Kommentaren hinterlässt.

Du kannst dir den Podcast in allen Podcast-Apps kostenlos anhören:

 Spotify

✔ Apple iTunes Podcast

  Google Podcasts

 Deezer

 Amazon Prime Music

 Youtube

 Soundcloud

Wenn du mich auf meiner Mission unterstützen möchtest, dass Mentale Geburtsvorbereitung zum mainstream wird und noch viele Schwangere von dieser Möglichkeit erfahren, dann hinterlasse mir gerne eine Bewertung auf Apple Podcasts und abonniere oder teile diesen Podcast.

Transkript der Podcastfolge

In welcher SSW sollte ich mit Hypnobirthing starten?

Ich bekomme immer wieder die Frage gestellt, ab wann ich empfehle einen HypnoBirthing Kurs zu machen oder ab wann man denn damit anfangen soll. Und natürlich gibt es wie so oft hier eine kürzere Antwort und eine etwas ausführlichere Antwort auf diese Frage. Die kurze Antwort vorab: Die offizielle Empfehlung lautet, dass du jederzeit ab deiner 12.SSW mit einem Kurs beginnen kannst, aber spätestens bis zur 37.SSW einen Kurs abgeschlossen haben solltest. Das ist natürlich nur eine grobe Richtlinie, die zugegebenermaßen wirklich sehr grob gehalten ist. Es heißt also: fang gerne ab, sobald die „kritische Phase“ vorüber ist, sei aber trotzdem rechtzeitig damit fertig, sodass du in jedem Fall noch den Kurs abschließen kannst, bevor dein Baby kommt. Klingt logisch.

 

Trotzdem finde ich es wichtig, etwas näher darauf einzugehen und zu betonen, wie wichtig das Training und die Wiederholung ist. Einen Kurs zu machen oder ein Buch zu lesen  oder auch einen Podcast zu hören ist das Eine. Es ist die Basis, sozusagen dein Fundament. Aber in den wenigsten Fällen ist das ausreichend, um auch wirkliche, nachhaltige Veränderungen zu erzielen und dann auch positive Effekte bei der Geburt zu spüren. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, aber sicherlich nicht ganz so häufig. 

Ich werde gleich noch darauf eingehen, von welchen Faktoren das Ganze abhängt.

Ich habe tatsächlich schon öfters von enttäuschten Mamas gehört, die das Buch gelesen haben und nach der Geburt dann gesagt haben, HypnoBirthing habe ihnen nichts gebracht. Und ich habe ebenso von vielen Mamas gehört, die einen Geburtsvorbereitungskurs besucht haben, und meinten, sie hätten während der Geburt NICHTS davon anwenden können, weil sie alles schon wieder vergessen hatten. Und das ist tatsächlich ein sehr häufiges Phänomen. Denn die Geburt ist ein absoluter Ausnahmezustand, da kannst du nicht mal eben darüber nachdenken, was da irgendjemand irgendwann mal zu dir gesagt hat. Oder dich daran erinnern, was du 1 oder 2x gehört hast. Nein, während der Geburt wendest du nur die Dinge an, die du wirklich KANNST, nicht nur KENNST. Die wirklich in Fleisch und Blut übergegangen sind.Dann kannst du es während der Geburt abrufen. 

 

Dazu möchte ich eine meiner Teilnehmerinnen von einen meiner Kurse zitieren. Sie hat gesagt, HypnoBirthing ist ein Prozess. Und dem kann ich zu 100% zustimmen. Mentale Geburtsvorbereitung braucht Zeit und Kontinuität um seine volle Kraft zu entfalten. Es ist ein Veränderungsprozess, der hier in Gang gesetzt wird. Und die meisten Veränderungen brauchen eben Zeit, je nachdem, wie schwerwiegend sie sind. Ich vergleiche das gerne mit dem Erlernen einer neuen Sprache. Wenn du damit anfängst, dann hörst du es erstmal theoretisch. Wenn du das Gelernter aber nicht regelmäßig wiederholst, vergisst du es relativ schnell wieder. Und solange du die Sprache nicht sprichst, das theoretisch Gelernte also nicht in die Praxis umsetzt, kannst du sie auch nicht wirklich anwenden. Eine neue Sprache muss auch regelmäßig trainiert werden. Ich merke das auch bei mir, wenn ich eine einst ganz gut beherrschte Sprache lange Zeit nicht gesprochen habe, dass ich auch jedes Mal wieder ein Zeit brauche, wieder reinzukommen. Das ist vor allem beim aktiven Wortschatz so, also wenn ich dann plötzlich die Sprache wieder sprechen soll. Passiv verstehe ich weiterhin vieles, aber wenn ich dann selbst die Sprache sprechen soll, dann brauche ich erstmal wieder Übung, also Praxis. Und wenn ich mir vorstelle, in einem Ausnahmezustand müsste ich plötzlich Spanisch sprechen, vl. wenn ich Nachts plötzlich geweckt werde, dann gelingt mir das nur, wenn ich vorher ausgiebig geübt habe und wieder gut drin bin. 

 

Und so ähnlich ist das auch mit den HypnoBirthing Techniken. Mit dem Meditieren, mit der Hypnose, dem Mindset-Training oder den Atemtechniken. Es ist wie ein Muskel, der erstmal aufgebaut werden muss und dann regelmäßig trainiert werden muss. Um bei dieser Metapher zu bleiben: wenn du einen Marathon laufen willst, dann wirst du hoffentlich auch schon ein paar Wochen oder Monate vorher damit beginnen, deine Muskeln dafür zu trainieren. Und die Geburt ist ja tatsächlich ganz gut mit einem Marathon vergleichbar.

 

Jetzt ist es natürlich so, dass jeder woanders startet. Jeder von uns hat seine ganz eigenen Überzeugungen, Glaubenssätze, Erfahrungen und Verhaltensmuster. Die eine Person ist vielleicht in einem Umfeld aufgewachsen, wo Geburt schon immer was natürliches und positives war. Und diese Person hat zudem vielleicht sogar schon viele Jahre Meditationserfahrung. Und eine andere Person hat vielleicht schon selbst traumatische Erfahrungen gemacht, hat noch nie meditiert und kennt zum Thema Geburt eigentlich nur Schauergeschichten. Die Voraussetzungen sind also bei jeder Person komplett anders. Und in diesem Fall würde ich bei der ersten Person sagen, es ist wahrscheinlich ausreichend, wenn sie im 3.Trimester anfängt mit Mentaler Geburtsvorbereitung. Und bei der zweiten Person würde ich dazu raten, so früh wie möglich zu starten. Auch deshalb, weil wir dann frühzeitig erkennen, ob die Mentale Geburtsvorbereitung Überhaupt ausreicht. Denn es KANN natürlich auch möglich sein, wenn das Trauma zu tief sitzt, dass hier eventuell sogar professionelle Hilfe nötig & sinnvoll ist. HypnoBirthing ist auch kein Allheilmittel und es gibt durchaus Menschen, die hier noch mehr individuelle Unterstützung benötigen. 

 

Um nochmal auf unsere beiden Beispiele Sprache und Marathonläufer zurückzukommen: Die eine Person hat in der Schule Spanisch gelernt und macht alle paar Jahre Urlaub in einem spanisch-sprechenden Land. Prima, hier ist wahrscheinlich eine Auffrischung ausreichend. Während eine andere Person vielleicht noch nie in ihrem Leben eine andere Sprache außer ihrer Muttersprache gesprochen hat und auch noch nie in einem Land war, wo die Sprache gesprochen wird, die sie lernen möchte. Ist genauso machbar, braucht aber mehr Zeit.

Und ein Marathonläufer, der jedes Jahr einen Marathon läuft muss zwar dennoch trainieren, aber das Training sieht ganz anders aus als bei jemandem, der noch nie einen Marathon gelaufen ist und gerade erst anfängt mit dem Lauftraining.

 

Aber wie finde ich jetzt heraus, wann ICH jetzt genau mit der Mentalen Geburtsvorbereitung starten sollte? Fragst du dich jetzt vielleicht…

 

Hier kannst du dir selbst mal ein paar Fragen stellen.

Und am besten ist es tatsächlich, wenn du über die Antworten gar nicht zu lange nachdenkst sondern ganz intuitiv und aus dem Bauch heraus antwortest. Dein Unterbewusstsein kennt die Antworten bereits und genau dieses Teil von dir sollte dir die Antwort liefern. Wenn wir zu lange darüber nachdenken, schaltet sich wieder unser Verstand ein, der uns oft mit rationalen Argumenten in eine bestimmte, gewünschte Richtung drängt. Nimm also am besten den ersten Gedanken, der dir in den Sinn kommt.

 

Also, frag mal dein Unterbewusstsein: 

 

  • Wie war meine eigene Geburt? Wie wurde MEINE Geburtsgeschichte an mich weitergegeben? Wie geht man in meiner Familie generell mit dem Thema Geburt um?
  • Wie steht mein soziales Umfeld zum Thema Geburt? Ist es etwas natürliches, positives oder eher negativ und mit Angst behaftet?
  • Habe ich Ängste? Und wenn ja, wie stark sind diese Ängste?
  • Wie leicht fällt es mir, zu entspannen? Bin ich eher ein angespannter Typ, bin ich eher ein verkopfter Typ, oder kann ich von Natur aus schnell abschalten und bin gut mit meiner Intuition verbunden? (Denken oder Fühlen?)
  • Wie leicht fällt es mir, loszulassen, die Kontrolle abzugeben, zu vertrauen?
  • Habe ich schon mal etwas in Richtung Meditation, Yoga, Achtsamkeit oder Hypnose gemacht? Und wenn ja, wie leicht oder schwer fällt es mir, mich darauf einlassen?
  • Wie ist mein Körperbewusstsein? Wie ist meine Verbindung zu meinem Körper?
  • Wie leicht fällt es mir, mir neue Gewohnheiten anzueignen?
  • Wie stelle ich mir die bevorstehende Geburt vor? Ist die Vorstellung positiv oder negativ?

Je nachdem, in welche Richtung deine Antworten gehen, welche ungefähre Tendenz du erkennen kannst, hast du nun eine Entscheidungsgrundlage, wann es für dich an der Zeit ist, das Thema Mentale Geburtsvorbereitung anzugehen. 

 

Und noch eine weitere, allgemeine Faustregel: Wir brauchen ungefähr 30 Wiederholungen, bis sich etwas Neues in unserem Gehirn festgesetzt hat. Das heißt, idealerweise hast du noch so viel Zeit, dass du 30x üben kannst. Natürlich ist auch das nur eine grobe Orientierung, manchmal reichen 21 Wiederholungen und manchmal benötigt man 35. Aber so für dich zum Wegspeichern. Wenn du also nicht mehr ganz so viel Zeit hast, dann kannst du dafür intensiver trainieren, also zB zweimal am Tag deine Hypnosen machen und die Atemtechniken üben. Ich sag immer, besser spät als nie. Vielleicht sind die Ergebnisse nicht so gravierend, aber es macht in jedem Fall einen Unterschied und du kannst nur dazulernen und dazugewinnen, wenn du dich mental auf die Geburt vorbereitest. Denn so schön eine Geburt auch ist, es ist eine Grenzerfahrung, ein transzendentales Erlebnis, dass du so noch nie erlebt hast (außer du hast bereits geboren). Und da sollten wir in mental gestärkt reingehen, auch wenn wir es nur noch die letzten paar Tage geschafft haben, uns dafür zu stärken. Es ist in meinen Augen immer noch besser, als völlig unvorbereitet reinzugehen. 

 

Fazit: In welcher SSW du mit HypnoBirthing starten solltest

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass es meiner Meinung nach nur Vorteile hat, frühzeitig mit Mentaler Geburtsvorbereitung zu starten und sich eine echte Routine mit regelmäßigen, kontinuierlichen Wiederholungen anzueignen. Denn die Mentale Geburtsvorbereitung ist als Prozess zu sehen und Prozesse, vor allem Änderungsprozesse, brauchen Zeit und Wiederholung. Ich finde, man kann nicht zu viel üben. Und ein weiterer Vorteil ist ja ohnehin, dass du in deiner Schwangerschaft und in deinem gesamten Alltag entspannter und vertrauensvoller wirst und dich verbundener fühlst mit dir selbst, deinem Körper und deinem Baby. 

 

Wenn jetzt aber nur noch wenige Wochen oder vielleicht sogar Tagen bis zu deinem errechneten Termin hast, kannst du trotzdem davon noch von Mentaler Geburtsvorbereitung profitieren. Übe jetzt erst recht so oft du kannst deine Routinen, die du bei der Geburt anwenden möchtest, sodass du es dann am Tag der Geburt auch in deiner unmittelbaren Erinnerung hast und problemlos abrufen kannst. 

Ich freu mich, wenn wir uns bald wieder hören. Also, bis zum nächsten Mal & tschüss – deine Nives von mamabynature.

Das könnte dich auch interessieren

Pin It on Pinterest