5 Mythen über HypnoBirthing

In dieser Podcastfolge sprechen wir über fünf gängige HypnoBirthing-Mythen. Du erfährst unter anderem,

Du erfährst unter anderem,

💫 Welche HypnoBirthing Mythen es gibt & wo sie ihren Ursprung haben

💫 Was an den HypnoBirthing Mythen dran ist & ob wir sie getrost hinter uns lassen können

💫 Warum es so wichtig ist, seine Quellen sorgsam auszuwählen und auch mal zu hinterfragen

 

Ich bin sehr gespannt, welche der HypnoBirthing Mythen du bereits kanntest und welche anderen Mythen und Vorurteile du über HypnoBirthing sonst noch kennst. Erzähl es mir gerne auf Instagram unter dem Post zur aktuellen Folge. Ich freue mich auf den Austausch mit dir!

 

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Transkript der Podcastfolge

HypnoBirthing Mythen

In dieser Podcastfolge werden wir mit fünf gängigen Mythen aufräumen, die zum Thema HypnoBirthing da draußen kursieren und sich hartnäckig halten. Wir sprechen darüber, wo sie ihren Ursprung haben und was an dem Vorurteil dran ist. Ich bin schon sehr gespannt, ob du den ein oder anderen Mythos kennst und wünsch dir viel Spass beim Reinhören!

HypnoBirthing Mythen

Ich freue mich sehr, dass HypnoBirthing und Mentale Geburtsvorbereitung in den letzten Jahren immer bekannter geworden ist. Mittlerweile hat fast jede Schwangere zumindest schon mal davon gehört oder kommt in irgendeiner Weise damit in Berührung. Doch nicht immer sind es die richtigen Infos, die die Frauen haben. Es kursieren viele Vorurteile und Mythen da draußen, von denen ich heute 5 davon gerne aufgreifen möchte und darüber sprechen möchte, was es damit auf sich hat.

 

 

  1. Ich muss esoterisch veranlagt sein, spirituell o.ä.

 

HypnoBirthing ist ein durch und durch logisches Konzept. Klar, ein gewisses Maß an Offenheit muss schon gegeben sein, dass man sich überhaupt dafür interessiert, Dinge anders zu machen und etwas unkonventioneller anzugehen, sag ich mal. Aber das Prinzip ist ja, dass wir das ASSS überwinden wollen. Und es ist nun mal Fakt, dass die Entspannung der Mutter einen direkten Einfluss auf das Schmerzempfinden und generell auf das Erleben der Geburt hat. Das wussten bereits die alten Griechen. Und das ist auch in der Schulmedizin kein Geheimnis. 

Was sicherlich etwas „moderner“ ist, ist die Sache mit dem Mindset. Das sind wiederum Psychologie-Basics. Die meisten Jugendlichen lernen bereits in der Schule von „Selbsterfüllende Prophezeihung“ und „Klassischer Konditionierung“. 

Und auch Hypnose ist schon lange offiziell & medizinisch anerkannt. Schmerztherapie, Zahnmedizin, bei OPs, Abnehmen, Rauchen aufhören usw.

Eventuell spielt der Name HypnoBirthing eine Rolle, warum das Thema immer noch einen esoterischen Touch hat.

Antwort also: NEIN. Du musst nicht spirituell sein. ABER es spielt sicherlich eine Rolle, von wem du HypnoBirthing lernst. Da gibt es große Unterschiede. So ähnlich wie beim Yoga. Da gibt es auch sportlichere, körperlichere Varianten und Lehrer, die das Ganze sehr pragmatisch angehen und dann wiederum sehr spirituelle Klassen, wo viel Schi-Schi rundherum passiert. Auch hier muss jeder das finden, was zu einem passt und für einen funktioniert. Auch wenn HypnoBirthing ein standardisiertes Konzept ist, gibt trotzdem jeder Trainer noch seinen eigenen persönlichen Touch mit rein.

 

  1. HypnoBirthing funktioniert nicht in der Klinik 

 

Das liegt wahrscheinlich daran, dass es im HypnoBirthing viel darum geht, dass man es sich schön macht und Geburt nunmal in fast 98% der Fälle in der Klinik stattfindet. Und auch, wenn es eigentlich nicht unserer Natur entspricht, dass wir von einer sterilen Umgebung mit grellem Licht und hektischem Treiben und zum Teil lauten Geräuschen umgeben sind, ist meine persönliche Sicht, dass VOR ALLEM DESHALB die Vorbereitung mit HypnoBirthing hier besonders wichtig ist, damit wir uns zumindest innerlich dem annähern, was unserer Natur entspricht.

Und ja, natürlich ist es einfacher, sich zuhause zu entspannen. Darum müssen wir es ja auch üben, dass wir störende Einflüsse von außen ausblenden können. Wenn wir also die Sicherheit der heutigen modernen Medizin um uns haben wollen, dann müssen wir wiederum schauen, wie wir in diesem Setting es hinbekommen, uns zu entspannen. Da ist HypnoBirthing also besonders wertvoll und kann besonders viel bewirken, einen besonders großen Unterschied machen.  Darum empfehle ich meinen Teilnehmerinnen auch z.B. die Hypnosen zuhause an unterschiedlichen Orten zu üben, damit man sich schon mal dran gewöhnt, dass das Äußere anders sein kann und sich trotzdem fallen lassen kann.

 

Anderer wichtiger Punkt in diesem Zuge: Feindliche Haltung gegenüber dem Klinikpersonal. Das war in der vergangenen Zeit wohl öfter so, dass manche Frauen durch die Vorbereitung mit HypnoBirthing eine Art Abwehrhaltung gegenüber den Ärzten und geburtsbegleitendem Personal an den Tag gelegt haben und z.B. nicht auf die Vorschläge hören wollten oder automatisch davon ausgingen, dass das medizinische Personal ohnehin keine natürliche Geburt unterstützt.

Auch das ist, von beiden Seiten, besser geworden. Ich denke, auch hier kommt es stark darauf an, von wem man HypnoBirthing lernt und dass die Trainerin keine feindliche Haltung propagiert und das Vertrauen in das Personal forciert. Und auch darauf hinweist, dass wir uns zwar mit unseren Präferenzen beschäftigen sollen und Interventionen auch kritisch hinterfragen dürfen, aber trotzdem dem klinischen Personal vertrauen und vor allem auf Augenhöhe miteinander kommunizieren sollen und diese als „Freunde“ nd nicht als „Feinde“ betrachten. Ich nenne das immer „im selben Team spielen“. Und auch seitens des Personals ist es in den letzten Jahren immer besser geworden, dass auf die Wünsche der Frauen und Familien eingegangen wird und so gut wie möglich darauf geachtet wird, dass das Setting unter der Geburt den Wünschen der Gebärenden entspricht.

 

Also auch hier: ich kann mir gut vorstellen, wo dieser Mythos seinen Ursprung hat, ABER auch das kann ich ganz klar verneinen.

 

  1. Geburt muss leise sein

 

Dieser Eindruck kann leicht mal entstehen, wenn man sich HypnoBirthing Geburtsvideos im Internet anschaut. Ja, die meisten HypnoBirthing Geburtsvideos sind leise, aber das heißt noch lange nicht, dass eine HypnoBirthing Geburt leise sein MUSS oder dass es nur dann eine „HypnoBirthing Geburt” ist, wenn man dabei nicht laut ist. Ich habe auch schon von Schwangeren gehört, die sich davon unter Druck setzen haben lassen, weil sie den Eindruck hatten, sie dürfen nicht laut sein bei der Geburt.

Mit diesem Mythos möchte ich ganz klar aufräumen. Wenn eines bei der Geburt sicher ist, dann ist es, dass nichts sein MUSS und alles sein KANN. Erwarte das Unerwartete. Und freu dich drauf. Du wirst bei der Geburt womöglich Facetten an dir entdecken, von denen du vorher nicht wusstest, dass du sie hast. Und wenn es dir bei der Geburt gut tut, laut zu sein, ja vielleicht sogar zu schreien, dann mach das doch! Du musst niemandem etwas beweisen, schon gar nicht dir selbst. Und wer sagt, dass eine „leise Geburt“ besser ist als eine laute? 

Von vielen Menschen wird eine laute Geburt mit Schmerzen gleichgesetzt. Zum Thema Schmerzen kommen wir gleich noch im Detail. Aber hier sei auch noch gesagt: auch das ist nicht automatisch so. Ich war z.B. auch sehr laut bei der Geburt aber nicht, weil es so schmerzhaft war, sondern weil einfach Laute und Töne aus meinem Körper kamen. Das war einfach Energie, die sich entladen hat. Es war sehr animalisch. Und auch ich hätte mir das im Vorhinein niemals gedacht, dass ich laut sein werde, doch es war so, und das war auch ok. Es wäre mir eher schlecht gegangen, hätte ich versucht, das zu unterdrücken.

 

  1. Geburt muss natürlich sein

 

Beim HypnoBirthing liegt der Fokus auf einer natürlichen Geburt, weil das meist das Optimum darstellt. Der Körper der Frau ist, ganz allgemein gesprochen und in den meisten Fällen, perfekt dafür geschaffen und in der Lage, ein Kind zur Welt zu bringen. Störungen sollten, wenn möglich, vermieden werden. Und die meisten Frauen haben auch das Ziel, ihr Kind vollkommen natürlich und ohne Interventionen zur Welt zu bringen. 

 

Aber hier ist Vorsicht geboten, dass wir nicht zu dogmatisch an die Sache rangehen. Ja, der Körper funktioniert unter der Geburt am besten, wenn wir ihn ganz natürlich einfach machen lassen. Aber andererseits bin ich auch froh, dass wir die moderne Medizin und Technik haben, die uns hilft, wenn wir diese Hilfe brauchen. Und davor sollten wir uns im Fall der Fälle nicht verschließen.

Es ist kein Scheitern, wenn wir bei der Geburt Unterstützung von Außen benötigen. Wenn alles gut läuft und es Mutter und Kind bei der Geburt gut geht, dann sind Interventionen in erster Linie eine Störung. Aber wenn es einen von beiden oder vielleicht sogar beiden nicht mehr so gut geht, dann sollten wir dankbar sein für die Möglichkeiten, die wir heute haben. Im Fall der Fälle kannst du also abwägen, was jetzt wohl besser für dein Kind ist: krampfhaft an einem Ideal festhalten oder mit dem Fluss gehen, auch wenn das bedeutet, dass vielleicht die eine oder andere Intervention zum Einsatz kommt. 

 

Also wunderbares Beispiel, wie man damit umgehen kann, möchte ich dir die Podcastfolge 10 ans Herz legen, der Geburtsbericht von Carina. Sie hat es geschafft, sich voll und ganz auf die Geburt einzulassen, mit allen was in dem Moment dazugehört hat und hat dann trotz künstlicher Blasenöffnung und Dammschnitt eine sehr kraftvolle und bestärkende Geburt erlebt. Und auch wenn die Geburt im Kaiserschnitt enden sollte, was sich die wenigsten Frauen wünschen, zumindest nicht die, die sich mit HypnoBirthing vorbereiten, auch dann macht sich die Vorbereitung mit HypnoBirthing bezahlt und auch dann war es nicht „umsonst“. Sondern vielmehr gelingt es den Frauen dann oft umso besser, sich darauf einzulassen und auch in dieser Situation ruhig und entspannt zu bleiben.

 

  1. Geburt muss schmerzfrei sein

 

HypnoBirthing wird immer wieder in Zusammenhang mit schmerzfreier Geburt gebracht. Und auch für mich war es damals in meiner Schwangerschaft ein echtes Aha-Erlebnis, dass es so etwas wie eine schmerzfreie Geburt überhaupt gibt. Auch in meinem Kopf war es die feste Überzeugung, dass Geburt ganz automatisch mit starken Schmerzen verbunden ist. Genau so bekommen wir das erzählt und genau so erleben es leider auch viele. Von daher finde ich es prinzipiell gut, mit diesem allgemeinen Glaubenssatz aufzuräumen. Der Glaubenssatz, dass Geburt immer mit schrecklichen Schmerzen verbunden ist. Im Detail gehe ich auf das Thema Schmerzen in der Podcastfolge 5 ein, da kannst du auch gerne mal reinhören, falls du die noch nicht kennst.

 

Trotzdem finde ich es aber genauso wichtig, nicht die Erwartung zu schüren, dass die Geburt automatisch schmerzfrei ist, wenn man sich mit HypnoBirthing vorbereitet. Es ist einfach nicht so schwarz/weiß. Es gibt unterschiedliche Intensitäten auf der Schmerzskala und ein uns dasselbe Gefühl kann von zwei verschiedenen Frauen auch ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. Die Geburt und wie man diese erlebt und bewertet, rein auf das Schmerzerleben zu reduzieren, finde ich schwierig und auch sehr schade. 

 

Und was passiert, wenn eine Frau sich mit HypnoBirthing vorbereitet und davon ausgeht, dass es schmerzfrei sein wird? Bei jedem kleinsten unangenehmen Gefühl wird sie wahrscheinlich stark irritiert sein und irgendwann fühlt sie sich dann als Versagerin oder denkt, sie habe etwas falsch gemacht oder irgendetwas stimmt nicht, weil sie plötzlich Schmerzen hat. Und schon ist sie in einer negativen Denk-Spirale, die wir ja genau vermeiden wollen unter der Geburt.

D.h. es ist wirklich ein schmaler Grad, den Schwangeren einerseits klar zu machen, dass die Geburt nicht mit Schmerzen einhergehen MUSS und andererseits aber, dass sie sehr wohl Schmerzen haben KANN… und natürlich alles dazwischen. Und auch das ist ok. 

Fazit:

 

Also, nochmal zusammengefasst, die 5 Mythen

  1. Ich muss esoterisch veranlagt sein, spirituell o.ä.
  2. HypnoBirthing funktioniert nicht in der Klinik
  3. Geburt muss leise sein
  4. Geburt muss natürlich sein
  5. Geburt muss schmerzfrei sein

 

Alle Mythen, die ich heute aufgezählt habe, sind im Grunde einfach Vorurteile und eine Reduzierung auf sehr dogmatische Ansätze, die heutzutage zum Glück nicht mehr gültig sind. Im Großen und Ganzen kommt es darauf an, wie du selbst HypnoBirthing auslegen möchtest und von wem du die Methode erlernst.  Ich finde also, wir HypnoBirthing Trainer tragen auch die Verantwortung, euch Frauen entsprechend aufzuklären und aber auch genauso dazu zu motivieren, auch mal kritisch zu hinterfragen. Auch wir Kursleiterinnen dürfen kritisch hinterfragt werden, wenn sich etwas unstimmig für dich anfühlt.

 

HypnoBirthing Mythen

Heute hast du 5 sehr gängige  über HypnoBirthing Mythen kennengelernt. Jetzt würde mich brennend interessieren, ob du diese Mythen bereits kanntest und ob du vielleicht sogar selbst dachtest, dass etwas Wahres daran ist. Oder kennst du noch andere Mythen und Vorurteile über HypnoBirthing? Ich würde mich riesig freuen, wenn du auf Instagram mit mir diskutierst. Es gibt wie immer ein Posting zur heutigen Folge auf @mamabynature.de und dort kannst du mir sehr gerne deine Gedanken in den Kommentaren hinterlassen. Ich bin sehr gespannt, deine Meinung zu hören bzw. zu lesen.

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