Geburtsplan: Warum es wichtig ist, dich mit deinen Wünschen auseinanderzusetzen

In dieser Folge geht es um das Thema Geburtsplan. Wir sprechen ausführlich darüber, was ein Geburtsplan überhaupt ist und worauf es dabei ankommt. Außerdem verrate ich dir, welches Wort ich anstatt Geburtsplan viel lieber verwende und warum der Prozess des Planens wichtiger ist als den Plan zu befolgen. Du erfährst unter anderem

  • warum es sinnvoll ist, dass du dich schon frühzeitig in deiner Schwangerschaft damit beschäftigst
  • wie du bei der Erstellung deines Geburtsplans vorgehst und wie du den Spagat zwischen Plan & Flexibilität schaffst
  • wie du deine Wünsche am besten kommunizierst und mit ungeplanten Wendungen umgehen kannst

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Transkript der Podcastfolge

Ich oute mich jetzt mal und teile mit dir, dass ich kein großer Fan bin von dem Wort „Geburtsplan“. Weil ein Plan einfach zu strikt ist in meiner Ansicht und suggeriert, dass das ein ganz strenger Plan ist der eins-zu-eins genauso eingehalten werden muss. Deshalb möchte ich es gerne sanfter formulieren und verwende lieber das Wort „Geburtswünsche“ oder „Geburtspräferenzen“. Wünschen kann man sich vieles. Und ob das dann auch wirklich genauso eingehalten werden kann oder ob das dann so eintrifft, ist wieder eine andere Sache. Aber es ist einfach ein bißchen sanfter in der Formulierung. Und auch von der Erwartungshaltung her ist es etwas anderes, wenn wir mit Wünschen reingehen anstatt eines Plans, der eben suggeriert, dass es wirklich genauso ablaufen muss. Also soviel zum Wording erstmal vorab.

 

Andererseits bin ich ein großer Fan davon, sich über solche Dinge in der Schwangerschaft Gedanken zu machen. Ich finde es wirklich superwichtig, dass du dir in deiner Schwangerschaft darüber klar wirst, was dir wichtig ist, was du möchtest und was du nicht möchtest und wie du in manchen Situationen reagieren möchtest. Vor allem auch deshalb, weil die Leitlinien und Routinen in den verschiedenen Kliniken zum Teil sehr unterschiedlich sind. Es gibt verschiedene Vorschriften und Dinge werden ganz unterschiedlich gehandhabt. Und deshalb ist es so wichtig, dass du vorher schon deine Möglichkeiten erfährst, also was in der jeweiligen Einrichtung an Optionen zur Verfügung steht und dass du da das Gespräch suchst und in den Austausch gehst und auch schaust ob ihr auf einer Wellenlänge seid. Also dass du durch deine Fragen auch rausfindest: kommt diese Einrichtung gut mit deinen Wünschen zurecht? Und habt ihr so ungefähr die gleiche Philosophie? Also das hilft, finde ich, auch bei der Auswahl des richtigen Geburtsorts. Und wenn das Personal, als die Kollegen, die dann während der Geburt im Dienst sind, wenn sie nichts über dich wissen und was dir wichtig ist, dann können sie es auch nicht beachten und darauf Rücksicht nehmen. Wenn sie nichts wissen, werden sie nach ihrem besten Wissen und Gewissen entscheiden und handeln. Und das KANN natürlich auch für dich genau das richtige sein aber es kann auch sein, dass das im Zweifel NICHT das ist, was du dir gewünscht hättest. Und wie gesagt, wenn sie nichts darüber wissen, dann können sie auch nicht darauf Acht geben.

 

 

Und wie gesagt, wir sollten uns das Ganze nicht als Plan vorstellen, sondern eher als Leitfaden oder als Wunschliste, sodass wir uns im Klaren werden, was wollen wir, welche Optionen zur Verfügung stehen, was wir versuchen möchten und was wir, wenn möglich, auch vermeiden wollen. 

 

Und dann kommen wir gleich mal zum Thema, warum es so wichtig ist, dass du gut informiert in die Geburt reingehst. Ich vergleich das ganz gerne mit einem großen Projekt wie z.B. dass du den Mount Everest besteigen möchtest. Stell dir vor, du möchtest den Mount Everest besteigen. Dann wirst du dir höchstwahrscheinlich im Vorhinein schon mal bestimmte Infos holen über die Gegebenheiten vor Ort, über die Wege, du wirst einfach so grob einplanen, wann und wo du vielleicht Pausen einlegen möchtest, welche Hindernisse auf dich zukommen könnten und wie du in welchem Fall dann auch entscheiden kannst.

 

Und klar, wenn du dann den Weg Richtung Mount Everest angehst dann können natürlich noch ganz ungeplante Hindernisse auf dich zukommen, es kann ein Gewitter aufziehen, oder es könnte dann plötzlich irgendwo eine Absperrung sein oder irgendwo ein Weg mit dem du nicht gerechnet hast und wo du dich dann ad hoc anders entscheiden musst. Aber du hast dir im Vorfeld schon mal Gedanken darüber gemacht, du hast es so gut wie möglich geplant bzw. dir einfach mal angeschaut im Vorhinein, wie du ungefähr an dein Ziel kommen möchtest und so wird es dir auch einfacher fallen, dass du auch an dein Ziel kommst – auch wenn eventuell irgendwelche Besonderheiten auftreten, irgendwelche Gegebenheiten, die dann plötzlich da sind. Dann tust du dir trotzdem leichter, wenn du dir vorher schon mal Gedanken darüber gemacht hast und das eben nicht ganz so plötzlich kommt und du dann total überrascht damit wirst und dir denkst „Okay, das höre oder sehe ich jetzt zum allerersten Mal“, sondern du hast dir im Vorfeld schon mal Gedanken darüber gemacht und bist so einfach sicherer und besser aufgestellt.

 

Das heißt, wenn wir das jetzt eben auf die Geburt übertragen, dann ist das eben einerseits das nötige Wissen über deinen gewünschten Geburtsort, also dass du da einfach weißt, wie sind da die Gegebenheiten vor Ort, welche Optionen stehen zur Verfügung und dass du auch die richtigen Fragen stellst, wenn du im Vorgespräch mit der Hebamme in der Klinik vor Ort bist. Aber das heißt, wenn du dir eben vorher schon mal Gedanken gemacht hast, dann weißt du auch, welche Fragen zu stellen musst um herauszufinden wie dann dein Gegenüber darauf reagiert und ob sie deinen Wünschen auch nachkommen können. Wenn du jetzt komplett ohne Wissen und ohne Vorbereitung reingehst, dann musst du dich hundertprozentig auf alle anderen verlassen. Ich bin der Meinung, dass du die Verantwortung nicht hundertprozentig abgeben kannst, weil du bist ja am Ende des Tages trotzdem diejenige, die mit den Konsequenzen leben muss. Und von daher ist es immer gut wenn du einfach bis zu einem gewissen Grad die Entscheidung bei dir selbst belässt und das nötige Wissen hast, dann auch eben diese Entscheidungen selber treffen kannst.

 

Im Gegensatz dazu, wenn du total uninformiert und unwissend reingehst, dann hast du wiederum nicht so viele Möglichkeiten an der Entscheidung auch teilhaben zu können und musst dich dann wirklich auf alle anderen blind verlassen und blind vertrauen können. Das hat, finde ich, ganz viel mit dem Thema Selbstbestimmung zu tun und selbstbestimmt handeln heißt für mich auch eigenverantwortlich zu handeln. Also dass du dir im Klaren darüber bist, was du möchtest und dass du dann auch auf Augenhöhe mit dem Personal kommunizieren kannst, bzw. dann bei der Geburt das auch dein Partner mit dem Personal kommunizieren kann und dass ihr auch eure Wünsche äußern könnt.

 

Meine Sicht ist hier, dass du dann bei der Geburt natürlich die Ratschläge und die Beratung und die Hinweise des Personals ernst nimmst, aber die Entscheidung bleibt trotzdem bei dir. Sodass du dann auch bis zum Ende das Gefühl behältst, dass du auch am Steuer bist und dass du auch in der Selbstbestimmung bleiben kannst. Das finde ich ganz wichtig.

 

 

Wie gehst du vor, wenn du einen Geburtsplan erstellen möchtest, bzw. deine Geburtswunschliste, so wie ich das lieber nenne. Die Grundvoraussetzung dafür ist meiner Meinung nach immer, dass du dir vorher das nötige Wissen aneignest, wie der Ablauf bei einer physiologischen Geburt ungefähr funktioniert. Also das du zum Beispiel weißt: Es gibt verschiedene Phasen in der Geburt und was kann in welcher Phase eintreten. Das findest du zum Beispiel raus durch ein Gespräch mit der Hebamme, beim Kontrolltermin oder du machst einen Geburtsvorbereitungskurs oder machst einen HypnoBirthing Kurs, dass du dich also wirklich erkundigst und schlau machst. Wie ist so normalerweise der Ablauf einer Geburt und womit kann ich rechnen, was kann passieren usw. Und dann kannst du eben aufschreiben oder brainstormen, was dir wichtig ist, was du eben gerne möchtest und was du eben nicht möchtest. Zum Beispiel das sind einerseits Dinge was deine Umgebung betreffen wie du es gerne hättest, das kann sein wie es rund um dich aussieht, ob du möchtest, dass du gedämpftes Licht hast und vielleicht eine gemütliche Entspannungsmusik im Hintergrund und Kissen vielleicht selber mitbringst. Das ist eben das eine. Das betrifft das Umfeld.

 

Aber da geht es auch um medizinische Interventionen, dass du hier mal Gedanken drüber machst, möchtest du z.B. eine natürliche Geburt haben, möchtest du gerne Schmerzmittel angeboten bekommen oder gar nicht erst gefragt werden. Also dass du dir solche Dinge überlegst. Und ganz wichtig ist aber dabei auch zu wissen, dass das alles nicht in Stein gemeißelt ist. Also das ist alles möglich, ein Brainstorming, wo du dir einfach mal überlegst ok, das könnte vielleicht so gut hinkommen bei der Geburt. Aber tatsächlich weißt du‘s nicht weil es kann auch vielleicht sein, dass du’s dir bei der Geburt dann anders überlegst und dass du dann einfach was anderes möchtest. Ist ja auch überhaupt gar kein Thema. Also sieh das wirklich nicht so eng. Ich finde es ganz wichtig, dass du aufgeschlossen bleibst und dir auch im Vorhinein schon überlegst wie du damit umgehen könntest, wenn vielleicht aus medizinischen Gründen Dinge notwendig werden, die du vielleicht vorher nicht so in deinen Plan mit aufgenommen hast.

 

Versuche niemals zu festgefahren sein im Hinblick auf einen bestimmten Weg zum Ziel, sondern bleib aufgeschlossen, wenn dann vielleicht irgendwelche andere Umstände eintreten sollten.

 

Mit deinen Geburtspräferenzen kannst du dann ins Gespräch gehen oder auch zur Besichtigung von verschiedenen Geburtsorten also zum Beispiel Klinikbesichtigungen, und kannst dann eben deine entsprechenden Fragen stellen, je nachdem was du dir wünscht, also zum Beispiel: vielleicht ist es dir wichtig, dass du eine natürliche Geburt hast und möchtest dann eben bei der Besichtigung fragen, wie generell die Kaiserschnittrate ist oder wie die Reaktion auf deine Frage ist, wenn du hier genauer nachfragst oder du möchtest vielleicht eine Wassergeburt und fragst einfach mal nach, ob es die Möglichkeit gibt in deiner Wunschklinik, ob da eine Badewanne zur Verfügung steht und wie da einfach damit umgegangen wird und wie dann das Personal darauf reagiert.

 

Und hier kannst du dann auch einfach auf dein Bauchgefühl hören, je nachdem was dann zurückkommt, wenn wir jetzt dann vielleicht als Antwort kommt so „ne, machen wir hier gar nicht“ und das aber etwas ist, was dir vielleicht super wichtig ist dann kannst du noch mal überlegen, ob du dir vielleicht noch mal ne andere Klinik ansiehst oder ob du vielleicht entweder den Kompromiss eingeben möchtest oder ob du dir vielleicht dann doch einen anderen Geburtsort suchst. Ich finds immer ne ganz gute Vorgehensweise, wenn man eben diese Wünsche so als Leitfaden mitnimmt ins Anmeldegespräch zum Beispiel und dann einfach mal absteckt, wie ist diese Klinik, bin ich mit den auf einer Wellenlänge, teilen die meine Philosophie, wollen die oder können die auch überhaupt auf meine Wünsche eingehen oder ist das eben was, wo wir zu weit auseinander liegen. Und dann kannst du dir überlegen, was du damit machst und ob du dich vielleicht nochmal umentscheidest. Das kann eben ein sehr wichtiges Kriterium für die Auswahl des Geburtsorts dann letztendlich sein.

 

Und wenn du dann zur Anmeldung gehst in die Klinik da gibt es dann meistens ein Anmeldegespräch, wo du mit einer Hebamme wirklich nochmal genau alles genau durchgehst und da kannst du dann Wünsche, die in deiner Klinik jetzt vielleicht nicht so typisch sind, die aber auf jeden Fall möglich sind, kannst du in einer Akte vermerken lassen. Also wenn das jetzt dein Wunsch ist, sagen wir mal nur ein Beispiel, du möchtest gerne das bei deinem Baby die Nabelschnur auspulsieren kann, nach der Geburt, bevor sie durchtrennt wird und die Klinik sagt, „normalerweise durchtrennen wir die gleich“ – nur ein Beispiel – dann aber sagen sie, „okay, wenn Sie das wünschen, machen wir das anders“, dann kannst du darum bitten, dass das in der Akte vermerkt wird damit das dann eben auch die Kollegin weiß, die dann bei der Geburt dabei ist, das sie darauf Rücksicht nehmen soll.

 

Es ist auch etwas, was meistens in der Akte vermerkt wird, ob du jetzt generell aufgeschlossen und motiviert bis gegengegenüber einer natürlichen Geburt zum Beispiel. Aber du kannst auch die Geburtswünsche selber mitschreiben und kannst dann auch diese Liste hinterlegen lassen in deiner Akte. Da finde ich es aber sehr wichtig, dass du das nicht einfach kommentarlos abgibst, sondern das dann zum Beispiel dein Partner, also wenn ihr wirklich bei der Aufnahme bei der Geburt seid, dass dein Partner oder eine Partnerin diese Geburtswunschliste auch nochmal als Gesprächsbasis nimmt und dann eben mit der Hebamme in den Austausch geht und nicht einfach die Liste hinschmeißt und sagt „So ist unser Plan und so wollen wir es machen!“ sondern eben wirklich ins Gespräch geht und sagt „Das haben wir uns vorher überlegt und das würden wir gerne so probieren. Der und der und der Punkt ist uns besonders wichtig. Können wir dann damit rechnen, dass du da mit uns auf dieser Basis Zusammenarbeit?“  Also, dass wir da wirklich auf Augenhöhe miteinander kommunizieren und das gilt wirklich auf auch für beide Seiten. Einerseits wollt ihr ja auch so behandelt werden, auf Augenhöhe, und andererseits will natürlich das Personal auch, dass ihr nicht einfach mit einem Befehlston oder so ankommt. Das würdet ihr wahrscheinlich auch nicht cool finden, wenn zu euch in die Arbeit jemand kommt und sagt „so müsst ihr das jetzt machen“ sondern dass ihr da wirklich das Gespräch und den Austausch sucht und diese Geburtswünsche als Basis verwendet.

 

Da kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt und zwar „der Ton macht die Musik“. Das finde ich sehr sehr wichtig, dass wir uns vor Augen führen, dass alle die beteiligt sind an der Geburt mit euch im selben Team spielen. Da sollte es kein Gegeneinander geben oder ein Wir und Ihr, sondern alle sind gleichermaßen daran interessiert, dass es dir und deinem Baby gut geht und das es für alle Beteiligten eine sichere und angenehme Geburt wird. Führe dir nochmal vor Augen, dass das auch wirklich so ist. vermeide also eine Abwehrhaltung gegenüber dem Personal, dass es nicht so rüberkommt, als würde man jetzt irgendwie eine ablehnende Haltung gegen das Personal haben. Sondern, dass du einfach wirklich auch schaust, wie würdest du gerne angesprochen werden. Also, dass du oder auch deine Geburtsbegleitung so mit dem Personal sprecht, wie ihr das umgekehrt auch erwarten würdet.

 

Das heißt, wenn ihr da oder wenn eben deine Geburtsbegleitung mit dem Personal spricht, dann könnte dir eben vom Wording her zum Beispiel sagen „Wir haben uns überlegt dass uns das und das wichtig ist und dass wir das und das gerne versuchen würden und ausprobieren würden aber natürlich, wenn es die Umstände erfordern, dann sind wir froh, wenn du uns darauf aufmerksam machst und dann möchten wir da mit dir nochmal gemeinsamen in Austausch gehen aber das ist so mal unser Wunsch und in die Richtung möchten wir gerne dass es geht“. Das ist einfach viel sanfter, als wenn wir jetzt eben sagen „so das ist unser Plan und so musst du das jetzt mit uns machen.“ Wir sollten die Kollegen ganz einfach abholen an einer gewissen Stelle, dass sie einerseits wissen was ihr wollt aber andererseits auch wissen, dass sie jetzt nicht an ihrer Arbeit gehindert werden. Weil sie haben ja auch ihre Vorschriften und sie haben ja auch als oberstes Ziel dass alle sicher und gesund durch die Geburt kommen.

 

dann hab ich noch einen wichtigen Punkt die nicht unbedingt mit dir teilen möchte, das ist auch vorher schon so ein bisschen durchgesickert, weil das kommt immer wieder vor, und zwar, dass wir wirklich flexibel bleiben während der Geburt. Da hab ich mein Lieblingszitat, das heißt „Glaube ans planen und nicht an den Plan.“ Und damit meine ich, dass die Magie dieses ganzen Vorgehens tatsächlich in dem Prozess des Planens liegt. Also die Magie liegt wirklich darin, dass du dir Gedanken machst, dass du auch mit deinem Partner /mit deiner Partnerin dass ihr euch einig seid, wie ihr das gerne möchtet und dass ihr vielleicht auch träumt, wie eure Wunschgeburt aussieht. Und dann, wenn es aber los geht, wenn die Geburt losgeht, dann ist es ganz ganz wichtig loszulassen von allen Idealvorstellungen und von allen Plänen und nicht zu festgefahren daran festzuhalten. Also nicht krampfhaft an bestimmten Dingen festzuklammern, sondern dass ihr wirklich offen bleibt gegenüber dem Geburtsprozess und gegenüber allen Eventualitäten, die dann einfach kommen können.

 

Die Geburt ist nun mal ein natürliches Ereignis, das kann man einfach schwer in irgendeinen Plan reinpacken und es ist einfach wichtig und es gibt auch Studien zu dem Thema, die besagen: je aufgeschlossener wir sind und je besser wir es schaffen, uns diesem natürlichen Geburtsprozess hinzugeben, desto ungehinderter und desto harmonischer kann die Geburt auch tatsächlich ablaufen. Wenn wir uns eben zu sehr festhalten und zu krampfhaft am einer gewissen Idealvorstellung festhalten, dann kann es sein, dass wir uns da so ein Stück weit selbst im Weg stehen und und dann vielleicht nicht diesen natürlichen Lauf der Dinge, daß wir dem dann eben nicht freien Lauf lassen können und das kann uns eben tatsächlich dann auch hindern und im Weg stehen bei der Geburt.

 

Das heißt, Pläne können jederzeit geändert oder ergänzt werden oder auf später verschoben oder angepasst oder du kannst sie auch jederzeit ganz über Bord werfen. Es ist für niemanden Pflicht, sich an irgendeinem Plan zu halten. Du kannst es dir jederzeit anders überlegen, du musst niemanden etwas beweisen, es geht wirklich darum, dass du während der Geburt so gut wie möglich zurechtkommst und auch wenn du dir vielleicht vorher gedacht hast, du möchtest auf gar keinen Fall Schmerzmittel., nur als Beispiel. Wenn es dann vielleicht doch so ist, dass du in dem Moment sagst „okay, Ich möchte doch Schmerzmittel“ dann lass einfach los von diesem Plan. Du musst dann auch nicht dir selber beweisen, dass das auch ohne Schmerzmittel schaffst. Dann fragst du einfach danach, ob du Schmerzmittel haben könntest. Es ist überhaupt gar nichts dabei, sich da spontan einfach etwas anders zu überlegen.

 

Es gibt auch viele Frauen die haben sich etwas vorgestellt und habe dann bei der Geburt festgestellt, dass sie dann tatsächlich was ganz anderes wollten als sie sich das vor dachten. Es kann einfach wirklich sein, dass du dann selber vielleicht ganz anders reagierst während der Geburt als du das so von dir selbst gewohnt bist. Also lass los, nicht krampfhaft an irgendwelchen Idealvorstellungen festhalten, geh mit dem Fluss, geh mit dem natürlichen Fluss der Geburt und gibt dich dem Geburtsprozess hin, diesen wunderschönen, natürlichen Lauf. Und du kannst auch selbstbestimmt entscheiden, dass du dich jetzt eben anders entscheidest. Auch das ist Selbstbestimmung, dass du dann einfach dich umentscheidest und was anderes machst. Du kannst die Sicht der Berater, deines Beratungsteams rund um dich auf jeden Fall mit einbeziehen und berücksichtigen und auch ernst nehmen,  wenn es die Gegebenheiten erfordern, und kannst dann eben selber eine Entscheidung auch anders treffen, als du dir das vielleicht im Vorhinein überlegt hast.

 

Wenn es um das Thema medizinische Eingriffe geht kann es auch helfen, dass du oder deine Geburtsbegleitung immer wieder „gezieltes nachfragen“ betreibt. Wenn du jetzt sagst, du möchtest generell medizinische Interventionen so gut wie möglich vermeiden, und möchtest einfach gerne eine natürliche Geburt. Dann kommt aber vielleicht die Hebamme an einem gewissen Punkt und schlägt vor, Zum Beispiel, dass bei der Geburt etwas nachgeholfen wird. Dann kann deine Geburtsbegleitung oder du über gezieltes Nachfragen rausfinden, ob das jetzt etwas ist, was einfach als Routinemaßnahme vorgeschlagen wird, vielleicht aus Zeitgründen usw., oder ob es jetzt wirklich eine medizinische Notwendigkeit dafür gibt.

 

Das könnt ihr gerne einmal zu Hause zusammen üben, dass ihr einfach ein oder 2 mal nachfragt,

  • Was es jetzt die medizinische Veranlassung dafür
  • Wir würden prinzipiell noch gerne ein bisschen abwarten, spricht da etwas dagegen
  • Welche Vorteile hat es wenn wir das jetzt gleich machen
  • Welche Nachteile hat es wenn wir noch warten
  • Können wir das vielleicht auf später verschieben

 

und so könnt ihr dann auch rausfinden und abstecken, ob das ganze jetzt eben wirklich notwendig ist oder ob es etwas ist, was auch eben noch abgewartet werden kann und auf später verschoben werden kann und ob es auch weiterhin auf natürlichen Weg probieren könnt.

 

abschließend zu diesem Thema „glaube ans planen nicht an den Plan“ können wir uns glaube ich darauf verständigen, dass das gemeinsame Ziel aller beteiligten immer ist, das es Mama und Kind während des gesamten Geburtsprozesses körperlich, seelisch und geistig so gut wie möglich geht. Also dass sie vor, während und nach der Geburt körperlich, seelisch und geistig, dass es ihnen gut geht. Und dieses Ziel kann man auf verschiedene Arten erreichen. Es gibt eben eventuell auch einen anderen Weg, dieses Ziel zu erreichen als der Weg, den du dir vielleicht vorher überlegt hast oder den du vorher geplant hast.

 

Da ist es eben ganz gut, wenn man sich das auch während der Geburt nochmal vor Augen führt – wenn es jetzt vielleicht zu einem medizinischen Eingriff kommen soll, dass das in dem Moment dann auch okay ist und dass das trotzdem auf unser höheres Ziel einzahlt und dass das eben deswegen kein scheitern ist. oftmals hat man ja vielleicht so eine festgefahrene Idealvorstellung, das etwas genauso ablaufen soll, aber wenn es eben manchmal wirklich anders notwendig sein sollte, daß wir es dann eben auch schaffen auch damit gut umgehen zu können. und dann eben auch einen anderen Weg einzuschlagen. Viele Wege führen nach Rom. und es führen auch viele Wege dazu, daß wir dann eben dieses übergeordnete Ziel erreichen, zu einer körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit von Mutter und Kind -dass es euch eben gut geht.

 

 

 

 

Fazit:

 

Als Fazit der heutigen Podcastfolge möchte ich noch einmal zusammenfassen.

  1. Der Zweck des planens ist tatsächlich, dass du dir grob im Klaren darüber wirst, was du möchtest, was du nicht möchtest und wie du mit bestimmten Situationen umgehen möchtest. Und auch inwieweit oder wie ungefähr diese Reise ablaufen soll. Das Ziel dieser Reise ist ja, dass es dir und deinem Baby, ganzheitlich gut geht, oder bestmöglich, und dass du dir einfach überlegst, welche Wege für dich so das Optimum wären, welche Wege du dir generell vorstellen könntest und wie der so in etwa ablaufen soll.
  2. Ein weiteres Ziel ist, dass du auf Augenhöhe kommunizieren kannst mit den Kollegen und, dass du dann so auch bewusste und wirklich überlegte Entscheidungen treffen kannst, sodass du dann nicht während der Geburt plötzlich da stehst so und dann adhoc irgendwas entscheiden musst, sondern dass du eben vorher schon mal die Gelegenheit gehabt hast, dir das in Ruhe zu überlegen, Zu Hause, und dann das nochmal dir vor Augen führen wie du das eben zu Hause damals überlegt hast und ob du das jetzt immer noch genauso entscheiden möchtest wie du das im vorhiein dir überlegt hast.
  3. Der Prozess des planens ist wichtiger als der Plan selbst und dass der Plan auch wirklich eingehalten wird. Das heißt, du kannst während der Geburt alle Pläne anpassen, verändern, ergänzen, auf später verschieben oder eben auch gänzlich verwerfen. Wichtiger ist es, den Geburtsprozess so anzunehmen, wie er ist und wirklich mit dem Fluss zu gehen. Und dann auch den Geburtsprozess den aktuellen Gegebenheiten anzupassen, weil vielleicht passiert auch irgendwas, womit du im Vorhinein gar nicht gerechnet hast und du musst dich dann eben ganz spontan darauf einlassen. Je besser du loslassen kannst und dich dem natürlichen Lauf hingeben kannst, desto ungehinderter und harmonischer kann das Ganze dann auch passieren.