Ambulante Geburt: 3 Tipps, um dich darauf vorzubereiten

In der aktuellen Podcastfolge widmen wir uns dem Thema “Ambulante Geburt”.

Du erfährst u.a.

💫 Was eine ambulante Geburt ist & meine persönlichen Erfahrungen damit

💫 Welche Vor- und Nachteile eine ambulante Geburt haben kann

💫 Wie du dich auf eine ambulante Geburt vorbereitest & was du organisieren solltest

💫 Medizinische Kriterien für eine ambulante Geburt

Ich hoffe, dass dir diese Folge hilft, eine Entscheidung für oder gegen eine ambulante Geburt treffen zu können. Wie immer gilt: bleib gerne aufgeschlossen für den Fall, dass du dich spontan anders entscheidest als geplant.

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Auf Instagram findest du wieder einen Post zu dieser Folge unter @mamabynature.de. Ich freue mich, wenn du dort mit mir in Kontakt trittst und mir deine Gedanken zu dieser Folge in den Kommentaren hinterlässt.

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Transkript der Podcastfolge

Ambulante Geburt: 3 Tipps, um dich darauf vorzubereiten

Bei der Frage nach dem Geburtsort denken wir meistens daran, dass wir – zumindest in Deutschland – zwischen 3 verschiedenen Einrichtungen wählen können. Einer Geburt zuhause, im Geburtshaus oder, dem Klassiker, der Klinik. Die meisten, um genau zu sein etwa 98% der Schwangeren, entscheiden sich für eine Geburt in der Klinik. Woran aber viele nicht denken ist, dass man auch bei der Geburt in der Klinik gewisse Gestaltungsspielräume hat, die man sich vorher schon überlegen kann. Sei es jetzt die Wahl der Klinik, ob es ein kleiner, Hebammengeführter Kreisssaal ist, oder ein Perinatalzentrum mit angebundener Neonatologie, und eben alles dazwischen. Dann hast du die Möglichkeit, dir eventuell eine Beleghebamme zu organisieren und mit zur Geburt zu bringen – vorausgesetzt du hast das große Glück und findest eine, weil du dich früh genug darum gekümmert hast. Und es gibt auch noch die Option auf eine ambulante Geburt. Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen. 

Was ist eine ambulante Geburt:

Eine ambulante Geburt bedeutet, dass du nach eurer Geburt nicht – wie gewöhnlich – im Krankenhaus aufgenommen und 3-5 Tage auf der Wochenbettstation bleibst, sondern direkt nach Hause gehen kannst. Also nicht direkt, aber einige Stunden später, sodass ihr die ersten Nächte zuhause in eurem gewohnten Umfeld erleben könnt. Das ist bestimmt nicht jedermanns (oder jederfrau’s) Sache. Ich hatte mir zB im Vorfeld gedacht, dass ich es mir total schön vorstelle, nach der Geburt umsorgt zu werden und wie im Hotel mein Essen  gekocht ins Zimmer geliefert zu bekommen (lol). Viele Familien haben auch bereits Kinder und erhoffen sich dann mit ihrem Neugeborenen die „Ruhe“, die sie zuhause nicht haben. Und wieder andere Frauen sind unsicher wegen dem Stillen oder der Babypflege und wünschen sich eine intensive Betreuung auf einer Station mit Hebammen und Pflegepersonal, die sie 24-h in Anspruch nehmen können. 

Dagegen könnte sprechen, das man eventuell mit einer oder mehreren fremden Personen im Zimmer liegt und dann erst Recht keine Ruhe hat. Wenn man kein Familienzimmer bekommt, ist man – zumindest nachts –  von seinem Partner oder seiner Partnerin getrennt. Das Krankenhausessen ist je nach Einrichtung meistens gar nicht sooo gut (hab ich gehört 😉 ). Und das viele Personal und die ständigen Schichtwechsel führen manchmal dazu, dass man unterschiedliche, sich zum Teil sogar widersprechende Infos bzgl. dem Stillen bekommt. ZB das an einem Tag eine Hebamme den einen Tipp gibt und sagt, du sollst das machen und am nächsten Tag die Kollegin was ganz anderes, was einen dann vor allem als Erstgebärende verwirren oder verunsichern kann. Auch hier kann ich NICHT aus eigener Erfahrung sprechen, aber das sind so die Dinge, die vorkommen KÖNNTEN, weil man immer wieder mal davon hört. Auch das Thema Corona ist mal mehr, mal weniger aktuell. Lange war es, wenn überhaupt, nur erlaubt, dass der Partner/die Partnerin für 1h pro Tag zu Besuch kommt. Aber das sind alles Dinge, die man zB beim Anmeldegespräch ansprechen und erfragen kann.

Was sind meine Erfahrungen?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich damals bei meiner ersten Schwangerschaft im Geburtshaus angemeldet hatte und es total schade fand, dass die Geburten dort immer und automatisch ambulant waren. Dass ich sozusagen nach einigen Stunden nach Hause geschickt werde. Ich hab mir das total unbequem vorgestellt. Als ich dann erfuhr, dass es nix wird mit meiner Geburtshausgeburt, hatte ich noch den festen Gedanken im Kopf, dass ich nach der Geburt mit meinem Partner 3 Tage im Familienzimmer bleiben werde und wir uns dort eine schöne Zeit machen. Naja und wie so oft im Leben und vor allem auch wenn es um die Geburt geht, kommt es dann anders als geplant oder gedacht. Mein Sohn kam nachmittags so gegen 16:00 Uhr im Krankenhaus zur Welt. Und mir ging es so gut und ich fühlte mich fit genug, dass ich relativ bald den Wunsch geäußert habe, nach Hause gehen zu wollen. Es war also eine mehr oder weniger spontane Entscheidung von mir, die für mich bzw. Für uns genau die richtige war in dem Moment. Was ich damit sagen will ist 

1) es muss nicht die richtige für dich sein, aber es KÖNNTE eventuell die richtige für dich sein. 

Und 2) Bleibe auch hier aufgeschlossen und sei offen dafür, wenn du in dem Moment was völlig anderes willst, als du das vorher geplant hast

Ich war zB bei meiner „Planung“ noch viel unsicherer, als es dann tatsächlich bei und nach der Geburt war. Ich war danach so entschlossen und sicher, ich hatte keine Zweifel – zuhause war für mich die logische Konsequenz. Und es war wirklich total schön, gleich die erste Nacht als frischgebackene Familie in unserem Familenbett zu verbringen, in unserem gewohnten & vertrauten Umfeld zu kuscheln, usw.

Was ist bei einer ambulanten Geburt zu beachten?

Nun gibt es bei einer ambulanten Geburt schon auch ein paar Dinge, die du wissen solltest und die auch gegeben sein müssen, damit es auch klappt.

  1. Du brauchst eine Wochenbetthebamme, die ab dem 1.Tag Zeit für euch hat und zu euch kommt (unbedingt absprechen; ich habe ihr aus dem KH eine SMS geschickt und es mit ihr nochmal doppelt gecheckt, wann sie das 1.Mal Zeit hat und zu uns kommen kann; da sie auf Geburtshaus eingestellt war, war das kein Problem) – Generell sollte sich jemand um dich/euch kümmern (Partner, Essensvorräte usw.)
  2. Die U2 findet beim Kinderarzt/bei der Kinderärztin statt und nicht wie gewöhnlich im Krankenhaus (Hausbesuche? Manche Ärzte wissen gar nicht, dass sie die U2 machen können, weil es so selten vorkommt)
  3. Du und dein Baby müssen gewisse Kriterien erfüllen, damit ihr nach der Geburt entlassen werden könnt („Komplikationslose Geburt ohne PDA“, Geburtsverletzungen sind nicht immer ein Grund, im KH bleiben zu müssen)

Vorteile:

Getraute Umgebung für die Eltern; Kind kommt direkt zuhause an

Stillen und Milcheinschuss funktionieren meist komplikationsloser

Ruhe, Selbstbestimmung, Freiheit: du bist völlig unabhängig und kannst deinen Tagesablauf genauso gestalten wie du das möchtest

Geschwisterkinder müssen nicht auf die Mama verzichten

Nachteile:

Selbstbestimmung heißt auch Eigenverantwortung, d.h. du musst dich wirklich um alles mehr oder weniger selbst kümmern bzw. Das auch organisieren

Mama hat eventuell weniger Ruhe, wenn es Geschwisterkinder gibt, als zumindest in einem Einzelzimmer im KH

Hebamme und Kinderarzt müssen mitspielen. Ggf. Musst du bis zum 10. Lebenstag deines Babys dein Wochenbett verlassen um zur U2 zu gehen.

Fazit: Ambulante Geburt: 3 Tipps, um dich darauf vorzubereiten

Egal wie und egal wann Du dich entscheidest, du (DU!) solltest dich wohlfühlen mit deiner Entscheidung. Plane gerne im Voraus und erfrage deine Möglichkeiten bei den unterschiedlichen Beteiligen. Ich persönlich bin ein großer Freund davon, mir alle Optionen freizuhalten. Ob du diese dann in Anspruch nimmst, steht auf einem anderen Blatt. Das kannst du dann immer noch spontan entscheiden. Aber ich finde es immer gut, wenn man sich nicht im Vorhinein schon Möglichkeiten verbaut. Also sprich das mit deiner Hebamme und Kinderarzt ab und hab für den Fall der Fälle ein paar Essensvorräte (zB eingefroren) und Windeln und Binden für die ersten Tage parat. Alles andere kann dein Partner/in auch noch spontan besorgen bzw. Deine Hebamme unterstützt dich mit vielen Dingen, die du ad hoc dann brauchen könntest (zB Brustwarzencreme oder so).

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